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Wappen und Münzen unter die Lupe genommen

Türkei? Tunesien? Knapp vorbei! Bei der diesjährigen Wissenschaftsrallye rund um den Hofgarten für 13- bis 17-Jährige konnten die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler verwundert feststellen, dass auch Halle an der Saale Sterne und einen Halbmond im Wappen führt – und dass es sich bei diesem Motiv vermutlich vielmehr um Salzkörner und eine Siedepfanne handelt, da Salz für die Stadt in Sachsen-Anhalt ein wichtiges Handelsgut war.

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Bei der Suche nach Herrschaftszeichen auf verschiedensten Münzen war genaues Hinsehen gefragt.

Wie schon im Vorjahr war der SFB 1167 auch bei dieser Wissenschaftsrallye mit gleich zwei Stationen vertreten: Die eigentliche SFB-Station wurde von Svenja Trübenbach (Teilprojekt Wolter-von dem Knesebeck), Theresa Wilke (Teilprojekt Klaus), der Lehramtsstudentin Lisa Opp und Achim Fischelmanns (Teilprojekt Öffentlichkeitsarbeit) betreut, doch auch die Station des Instituts für Geschichtswissenschaft, an der Mareikje Mariak und Maximilian Stimpert (Teilprojekt Stieldorf) sowie David Hamacher (Teilprojekt Vössing) mitwirkten, war fest in SFB-Hand. 

Bei der SFB-Station zum Thema „Gut gewappnet! Machtsymbole und Herrschaftszeichen“ hatten die Teilnehmenden die Wahl, ob sie inspiriert durch eine Präsentation selbst ein Wappen zeichnen oder lieber einen Fragebogen mit Quiz ausfüllen wollten. Darin sollten diverse Wappen identifiziert werden, darunter jene der Stadt Bonn und des Bonner SC sowie das Logo der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität. Während diese drei Embleme von zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern erkannt wurden, sorgten die kuriosen Wappen von Brühl und Halle an der Saale für allgemeines Stirnrunzeln. Bei der Frage nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden der gezeigten Wappen hoben die Teilnehmenden die Ähnlichkeit der Wappenformen sowie die starke Präsenz bestimmter Farbgebungen (rot und gold), Tiere (Adler und Löwen) und Symbole (Kronen und Kreuze) hervor. Die Antworten auf die Frage nach den eigenen Lieblingswappen und -logos hätten vermutlich die Marketingabteilungen einiger Firmen in Entzücken versetzt, doch auch der SFB kann mit seiner visuellen Außenwirkung zufrieden sein, denn in einer abschließenden Umfrage zum Logo des Sonderforschungsbereichs erhielt das Erkennungszeichen des Verbundes fast durchgängig gute Bewertungen.
 
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Wofür steht welches Wappen? Beim Quiz der SFB-Station zeigte sich, dass Stadt- und Gemeindewappen im Alltag zwar unbewusst wahrgenommen, Embleme von Fußballvereinen aber häufiger und sicherer wiedererkannt werden. Wer keine Lust auf Rätselspaß hatte, konnte kurzerhand zum Stift greifen und ein eigenes Wappen entwerfen.

Auch bei der Station des Instituts für Geschichtswissenschaft zum Thema „Münzbilder – Antike, Mittelalter, heute“ spielten Wappen, Flaggen und Herrschaftszeichen eine wichtige Rolle, was für eine enge inhaltliche Verzahnung beider Stationen sorgte. Während die Schülerinnen und Schüler hier zum Einstieg nach der Rückseite der deutschen 1-Euro-Münze gefragt wurden und anschließend weitere Hoheitszeichen neben dem Bundesadler auf diversen Münzen erkennen sollten, wurden „nebenan“ beim SFB Verbindungslinien zwischen dem Reichsadler des Spätmittelalters, dem Stadtwappen von Frankfurt am Main sowie dem Vereinswappen der Frankfurter Eintracht gezogen. Außerdem sollten bei der IGW-Station Münzen ihren jeweiligen Herkunftsorten zugeordnet werden. Wem das noch nicht schwer genug war, der konnte sich anschließend daran versuchen, das Motiv einer hauchdünnen Originalmünze aus dem 16. Jahrhundert in einem Wappenbuch wiederzufinden. 
 
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Welche Münze gehört zu welchem Hoheitsbereich? Dieser Frage spürten die Teilnehmenden der IGW-Station nach.

Münzen und Wappen erwiesen sich als hervorragende Ausgangspunkte, um in die Geschichte einzutauchen. Dass nicht immer eindeutig geklärt ist, warum es bestimmte Zeichen und Symbole auf ein Wappen schafften, sorgte bei den Teilnehmenden für Erstaunen, weckte aber vor allem ihre Neugier – und davon kann man bei der Wissenschaftsrallye schließlich nie genug haben.

Fotos: © Achim Fischelmanns | SFB 1167

 

(15.05.2019)

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