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Nachwuchswissenschaftler und Teilprojektleitende vertraten den SFB 1167 auf dem Dies Academicus

Zahlreiche Mitglieder des SFB 1167 wirkten am 17. Mai 2017 am „Tag der offenen Tür“ der Universität Bonn mit. Sie berichteten dabei sowohl aus der laufenden Arbeit des Sonderforschungsbereichs als auch von weiteren Forschungsvorhaben.

Dies-Zeitung_Sommersemester 2017David Sabel (TP Morenz) stellte zusammen mit Frank Förster, dem Kurator des Ägyptischen Museums Bonn, die Chancen und Grenzen digitalen Forschens vor. Sie erläuterten das Verfahren der Photogrammetrie, bei dem ein Objekt von allen Seiten aus verschiedenen Winkeln unter gleichen Lichtbedingungen fotografiert wird. Anschließend kann so anhand der Überschneidungspunkte eine digitale, dreidimensionale Rekonstruktion erfolgen, die dann für weitere Forschungen zur Verfügung steht. Gezeigt wurden 3D-Modelle, die im Anschluss an die Objektaufnahme des Teilprojekts im Frühjahr 2017 erstellt werden konnten.

Im Rahmen des Doktorandenpanels der Bonn International Graduate School – Oriental and Asian Studies (BIGS – OAS) präsentierten gleich drei SFB-Mitglieder ihre Dissertationsprojekte: Paul Fahr (TP Schwermann) zeigte, dass die chinesischen Kaiser der Westlichen Hàn-Dynastie (206 v. Chr. – 9 n. Chr.) keinesfalls über jeden Zweifel erhaben waren. Durch sogenannte „Remonstrationen“, schriftlich einzureichende Beschwerden, die in mündlicher Form schon lange vor der Gründung des Kaiserreichs im Jahre 221 v. Chr. üblich gewesen sind, war es möglich, den Herrscher wegen zweifelhafter Entscheidungen oder persönlichen Fehlverhaltens direkt zu kritisieren.   

Marian Kasprowski (TP Kauz) führte im Anschluss am Beispiel der Qing-Dynastie (1644–1912) vor, dass es sich beim sogenannten „Tributsystem“ um eine theoretische Konstruktion der westlichen Forschung handelt, die allerdings dennoch geeignet ist, um Spezifika der chinesischen Außenbeziehungen herauszuarbeiten. Schließlich erfüllten Empfänge von Gesandtschaften stets eine wichtige legitimatorische Funktion und spiegelten zugleich das jeweilige Herrschaftsbewusstsein wider.

Florian Saalfeld (TP Conermann) widmete sich in seinem Vortrag der Tārī-i Fīrūz Šāhī, einer Chronik Żiyāʾ al-Dīn Baranīs. Diese einzige Textquelle für die Geschichte des Delhisultanates der Jahre 1266 bis 1355 ist in zwei Handschriftenrezensionen überliefert, die in einigen Punkten signifikant voneinander abweichen. Während bislang vor allem die Frage nach dem faktualen Wert des Textes gestellt wurde, deuten narrative Muster darauf hin, dass der Verfasser historiographische Ambitionen wohl eher einer persönlichen Agenda untergeordnet haben dürfte.

Neben den genannten Nachwuchswissenschaftlern waren am Dies Academicus mit Mechthild Albert, Andrea Stieldorf und Harald Wolter-von dem Knesebeck auch drei Teilprojektleiterinnen und -leiter mit Vorträgen beteiligt.

Abbildung: © Universität Bonn

(31.05.2017)

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