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Konsens = Stabilität, Konflikt = Instabilität?

Mit derart einfachen Gleichungen räumten die Gäste der vierten internationalen Tagung des SFB 1167 auf und zeigten unter anderem das konstruktive Potential eingehegter Konflikte.

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Zwischen den Vorträgen genossen die Teilnehmenden die Herbstsonne im Garten der Basilika St. Remigius – und ließen sich für ein Erinnerungsfoto vom wohlverdienten Pausenkaffee abhalten. Foto: © Jasmin Leuchtenberg | SFB 1167
 

Die Konferenz "Vormoderne Herrschaften zwischen Konflikt und Konsens – Stabilität und Instabilität (Premodern Rulers between Conflict and Consensus – The Potential for (In)Stability)" (7.-9. November 2018) wurde von Timo Bremer, Ralph Kauz und Konrad Vössing organisiert und widmete sich dem Spannungsfeld A des SFB 1167. Vortragende aus den Fachbereichen Archäologie, Geschichtswissenschaft, Indologie, Iranistik, Islamwissenschaft, Sinologie und Tibetologie fragten danach, unter welchen Bedingungen Konflikt und Konsens im Bereich der Herrschaft besondere ‚Bauformen‘ aufweisen und wie diese sich in unterschiedlichen politischen Organisationsformen des vormodernen Asiens und Europas vergleichen lassen. Dadurch sollten Handlungsspielräume, kulturelle Eigenheiten und Regelhaftigkeiten erfasst werden.

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Zum Abschluss des ersten Tages sprach SFB-Teilprojektleiter Peter Schwieger (links) zum Thema "Tibets sakraler Herrscher zwischen Recht und Moral". Stefan Rebenich (rechts) von der Universität Bern rundete den zweiten Tag mit dem Vortrag "Theologischer Pluralismus und monarchische Herrschaft in der Spätantike. Eine Fallstudie zu Konsens und Konkurrenz" ab. Beide öffentlichen Abendvorträge fanden im Hörsaal des Akademischen Kunstmuseums statt. Fotos: © Jasmin Leuchtenberg | SFB 1167

Konsensfindung erwies sich dabei als stetiger Prozess, der sowohl erzwungen, erkämpft, rechtlich festgelegt und friedlich vereinbart werden konnte. Er ließ sich durch Zeremonien, den Austausch von Argumenten oder Geschenken, aber auch durch Drohungen und direkte Herrschaftsausübung erreichen. Konfliktsituationen konnten sowohl herrschaftserschütternd als auch -stabilisierend wirken, gewaltsame Konfrontationen durch Rituale oder Normen eingedämmt werden und dann sogar konstruktiv wirken. Wie die zahlreichen Beispiele aus unterschiedlichsten Räumen, Kulturen und Epochen zeigten, stehen Konflikt und Konsens in direktem Zusammenhang und weisen vielschichtigere Zwischenformen und Übergänge auf, als die Termini zunächst vermuten lassen.

Einen ausführlichen Tagungsbericht von Franca Küffer finden Sie bei H-Soz-Kult (externer Link).
 

(05.03.2019)

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