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Von der sterblichen und der unsterblichen Gestalt des Herrschers

Die zweite erfolgreiche internationale Tagung des SFB 1167 zum Thema „Die Macht des Herrschers – personale und transpersonale Aspekte“ erbrachte fruchtbare neue Ergebnisse zur Beschaffenheit vormoderner Macht und Herrschaft.

Tagung_Spannungsfeld B

Gelebte Interdisziplinarität: Einige Vortragende der Tagung, ergänzt um Moderatorinnen und Moderatoren sowie das Organisationsteam (v.l.n.r.): Prof. Dr. Shigekazu Kondo, Prof. Dr. Irina Dumitrescu, Prof. Dr. Martin Clauss, Prof. Dr. Matthias Becher, Prof. Dr. John Baines, Prof. Dr. Mechthild Albert, Dr. Cornelia Soldat, Prof. Dr. Stacy Klein, Prof. Dr. Elke Brüggen, Prof. Dr. Konrad Klaus, Prof. Dr. Beate Kellner, PD Dr. Seraina Plotke. Foto: © Florian Saalfeld | SFB 1167

Wer noch immer meint, ‚vormodern‘ sei allein mit personal geprägter Herrschaft verbunden, der irrt. Zwölf führende nationale und internationale Fachvertreter aus Ägyptologie, Anglistik, Germanistik, Geschichtswissenschaft, Indologie, Islamwissenschaft, Romanischer Philologie und Soziologie konnten gemeinsam mit den Mitgliedern des SFB 1167 mit der strikten Entgegensetzung von ‚Personalität’ und ‚Transpersonalität’ aufräumen. In den meisten vorgestellten Fällen kamen Referierende und Diskutanten – entgegen bereits länger bestehender und mitgeführter Narrative – zu dem Schluss der Gleichzeitigkeit und der Überlagerung personaler und transpersonaler Elemente vormoderner Macht und Herrschaft im außereuropäischen und europäischen Bereich.
 

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Prof. Dr. Karl-Siegbert Rehberg leitete die Tagung mit einem öffentlichen Abendvortrag ein. Foto: © Christine Beyer | SFB 1167

Die Referentinnen und Referenten behandelten auch Fragen zum Stellenwert und der Unterscheidung von ‚öffentlich/privat’ oder ‚repräsentativ/körperlich’. Darüber hinaus wurde nach den Vorstellungen, Werten und Normen gefragt, welche die zeitgenössischen Leitbilder des ‚guten’ Herrschers fundierten und eine Grundlage für die konkrete Ausübung von Herrschaft darstellten. Von zentraler Bedeutung war die Interaktion des Herrschers mit den Eliten und den ‚Beherrschten’; im Fokus standen somit auch Prozesse der Konsensbildung und der Legitimierung herrscherlicher Macht, aber auch Dynamiken ihrer Infragestellung und ihres Verlusts.

Einen ausführlichen Bericht zur Tagung finden Sie hier (externer Link).

 

(22.03.2018)

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