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Mit dem König unterwegs im Himalaya (1/4): Leben in Ladakh

Unser König tummelt sich nicht nur auf Veranstaltungsplakaten und Infobroschüren – er kommt auch ganz schön rum. Insgesamt siebeneinhalb Monate lang war er mit Teresa Raffelsberger in Ladakh unterwegs, für die die schroffen Bergwelten auf dem Dach der Welt zu einem zweiten Zuhause geworden sind. Hier erzählt der König in vier Teilen, was Teresa und er auf ihrer Reise erlebt und herausgefunden haben…

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Blick auf die Changthang-Ebene, die sich über die Grenzregionen von Ladakh und Tibet erstreckt. Wer oder was sich hinter diesem König verbirgt, erfährst Du/erfahren Sie weiter unten. Foto: © Teresa Raffelsberger | SFB 1167


Willkommen im Himalaya – oder wie man in Ladakh sagt: Julley! Gelernt habe ich das von Teresa, die im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 1167 untersucht, wie Macht und Herrschaft im Königreich von Ladakh ausgehandelt wurden, und mit welchen Strategien meine „Kollegen“, die Könige Ladakhs, ihre eigene Position abzusichern versuchten.

Ladakh hat eine ganz schön bewegte Geschichte hinter sich: Ursprünglich war es ein unabhängiges buddhistisches Königreich, nach allerhand Besetzungen und Eroberungen ist es heute ein Teil von Indien und Pakistan, eine Region wird allerdings auch von der Volksrepublik China kontrolliert.

Leben in Ladakh heißt vor allem eines: back to the basics. Viele Menschen kommen hierher auf der Suche nach Abenteuer, nach Erholung – oder nach sich selbst. Teresa erzählte mir vor unserer Reise, dass die Landschaft und Kultur Ladakhs jedes Mal eine besondere, beruhigende Wirkung auf sie entfalte, und dass sie das Gefühl habe, als würde jeglicher Stress von ihr abfallen, sobald sie auf 3600 Metern Höhe aus dem Flugzeug steigt.

Ich konnte mir das nicht so ganz vorstellen: Kein fließendes Wasser und keinen Strom zu haben, Wäsche per Hand zu waschen oder bei Minusgraden in unbeheizten und nicht isolierten Räumen zu schlafen – das kam mir eher wie eine schlimme Zumutung vor. Doch jetzt, nachdem ich mit ihr dort war, verstehe ich so langsam, dass weniger manchmal wirklich mehr ist, denn dieser gänzlich andere Rhythmus des alltäglichen Lebens ohne die gewohnten Annehmlichkeiten hilft, sich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren…

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Kurze Verschnaufpause beim Aufstieg zum Kloster Shera. Foto: © Teresa Raffelsberger | SFB 1167
 

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In den letzten Jahren zum Erkennungszeichen des SFB 1167 geworden: der König aus dem Lewis-Schachspiel. © National Museums of Scotland/Bridgeman Images

 
Zum Hintergrund:
Die Originalfigur unseres „Maskottchens“, das auf zahlreichen Plakaten und Broschüren des SFB 1167 abgebildet ist, befindet sich im National Museum of Scotland in Edinburgh. Es handelt sich um einen König der sogenannten Lewis-Schachfiguren, benannt nach der Isle of Lewis, auf der irgendwann vor 1831 in einer Düne 78 Schachfiguren gefunden wurden. Angefertigt wurden die Schnitzereien aus Walrosselfenbein vermutlich in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts in Norwegen, zu dem diese Insel der Äußeren Hebriden damals gehörte. Es handelt sich um eines der ältesten und sicherlich besterhaltenen Beispiele für mittelalterliche Schachspiele und um ein wichtiges Zeugnis für die Entwicklung des Spiels, dessen früheste Ursprünge bis nach Nordindien zurückverfolgt werden können: So ist etwa der Name ‚Schach‘ von der persischen Bezeichnung ‚Schah‘ für Herrscher abgeleitet. All dies macht die Figur des Königs zum Sinnbild einer transkulturellen Beschäftigung mit Macht und Herrschaft.


Was unser König zusammen mit Teresa in ladakhischen Klöstern aufgestöbert hat, erfährst Du/erfahren Sie am nächsten Mittwoch

(11.03.2020)

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