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Ein Workshop und zwei Vorträge boten Einblicke in die faszinierende Sachkultur Ägyptens

Vom 29. November bis 1. Dezember 2016 fand im Rahmen des Teilprojektes „Vom doppelten Horus. Königsideologische Arbeit in der formativen Phase des ägyptischen Königtums und ihre Inszenierung“ (Leitung: Prof. Dr. Ludwig Morenz) ein Workshop zum Thema „Recent Polish Excavations of Predynastic Sites in the Nile Delta (Tell el-Farkha, Tell el-Murra) and Israel (Tell Erani)“ statt. Außerdem veranstaltete das Teilprojekt zwei Vorträge.

Im Rahmen des dreitägigen Workshops präsentierten Prof. Dr. Krzystof Cialowicz, Dr. Mariusz Jucha und Marcin Czarnowicz (Krakau) die Ergebnisse ihrer in den letzten 20 Jahren im östlichen Nildelta und in der Levante durchgeführten Grabungen und Surveys, die grundlegend zum Verständnis der unterägyptischen Kultur des vierten Jahrtausends v. Chr. vor der Entstehung des gesamtägyptischen Territorialstaates beitragen. So liefern sie neue Informationen über frühe Handelsrouten, den Kontakt zwischen der unterägyptischen Bevölkerung und der sich zur selben Zeit nach Norden ausbreitenden oberägyptischen Naqada-Kultur, frühen Eliten der unterägyptischen Gesellschaft sowie Kult und Handwerk im östlichen Delta. Während der Veranstaltung boten sie damit vielfältiges Material zu den im ägyptologischen Teilprojekt behandelten Forschungsfragen, das Anlass zu regen Diskussionsrunden zur Interpretation der Befunde gab. Eine enge Zusammenarbeit zwischen den Mitarbeitenden des Teilprojektes und den Gästen wird auch in Zukunft angestrebt.  

ReliefAm Abend des 30. November 2016 war zudem Dr. Martin Fitzenreiter (Münster) Gast im Ägyptischen Museum Bonn. In seinem Abendvortrag „Taharqo auf der Schwelle der Macht. Fragmente einer Kapelle im Ägyptischen Museum der Universität Bonn“ behandelte er vor zahlreichen interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern zentrale Fragen zum Verhältnis König-Gottheit und zur Sakralisierung des Königs am Beispiel in der Sammlung des Ägyptischen Museums aufbewahrter Relieffragmente des Königs Taharqo (reg. ca. 690–664 v.u.Z.).
    
Auch am Dies Academicus, dem „Tag der offenen Tür“ der Universität Bonn, war das ägyptologische Teilprojekt vertreten: Der Vortrag „Was bin ich? – Deutungsversuche eines prädynastischen Amuletts (Inv. Nr. BoSAe 411) aus der Sammlung des Ägyptischen Museums Bonn“ Amulettschloss an eine im Herbst 2016 unter über 100 Besucherinnen und Besuchern des Ägyptischen Museums durchgeführte Umfrage an, in der Vorschläge gesammelt wurden, was das besagte Amulett darstellen könnte. Am 7. Dezember stellten Mitarbeitende des Teilprojekts und des Museums dann die aktuelle Forschungsdiskussion sowie die in der Wissenschaft geläufigsten Deutungsversuche des Amuletttyps als Stierkopf, Elefantenkopf und Frauentorso vor. Ein 3D-Modell sowie das Original des Amuletts sind derzeit ebenso wie die Umfrageergebnisse in der SFB-Vitrine im Ägyptischen Museum zu betrachten.

Zeichnung: Pharao Taharqo und Osiris (BoSAe GV/86000575) © Verena Hoops
Foto: Prädynastischer Amulettanhänger (BoSAe 411) © Ägyptisches Museum Bonn


(14.12.2016)

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