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20.03.2019 – 21.03.2019: Workshop – „Herrschaft im Siegel“

Eine Veranstaltung des SFB 1167 im Rahmen des Teilprojekts "Bilder vom König. Macht und Herrschaft der ostfränkisch-deutschen Könige im Siegel- und Münzbild (936–1250)" (Leitung: Prof. Dr. Andrea Stieldorf, Historische Hilfswissenschaften und Archivkunde)

Plakat_Workshop_Herrschaft im SiegelSiegel sind nicht nur Beglaubigungsmittel für Urkunden und deren Rechtsinhalte, sie stehen stellvertretend für den Siegelführer oder die Siegelführerin, auf den oder die sie sich in Bild und Schrift beziehen. Einerseits wird so Identität erzeugt, andererseits wird auf die politische und soziale Stellung des Siegelführers bzw. der Siegelführerin verwiesen, was Siegel zu wichtigen Objekten der Repräsentation von Herrschaftslegitimation und -grundlagen macht.
Der Workshop möchte sich mit der Konzeption und Funktionalität von Herrschersiegeln auseinandersetzen. So stellen die Herrschersiegel die älteste Gruppe von Siegeln dar, die zur Beglaubigung von Urkunden verwendet wurden. Diese Funktion hatten sie bereits, als im 11. Jahrhundert die Besiegelung von Urkunden allgemeinere Praxis wurde. Mit dem Aufkommen der Wappen, auf den Herrschersiegeln erst im 14. Jahrhundert zu beobachten, greifen andere Konzepte visueller Stellvertretung, die kontrastierend ebenfalls in den Blick zu nehmen sind.
Zu fragen ist auch, ob die Herrschersiegel durch die Schaffung einer Serie aufeinander bezogener, denselben wiedererkennbaren Typus nutzender Siegelbilder nicht auch Hinweise auf ein transpersonales Verständnis des Königtums geben, bzw. das Oszillieren zwischen personal und transpersonal spiegeln. Zudem sollen andere Bildmedien zum Vergleich herangezogen werden, wie die Münzen des Herrschers, aber auch Darstellungen in der Buchmalerei, u.a. als Illustrationen zu literarischen Texten. Dies soll auch mit Blick auf die geistlichen und weltlichen Eliten des Reiches geschehen. Ebenso werden Siegelführerinnen und die Wahl und Umstände ihrer Bildmotive genauer betrachtet.
 
 
Programm:
 
Mittwoch, 20. März 2019
 
  • 09:00–10:00 Ralf-Gunnar Werlich (Greifswald): Männlicher Herrschaftsanspruch und weibliches Selbst-  verständnis im Spiegel sphragistischer und heraldischer  Ausdrucksformen – Gemeinschaftssiegel des Erzherzogs Maximilian von Österreich und der Herzogin Maria von Burgund
  • 10:00–11:00 Elke Brüggen/Jasmin Leuchtenberg (Bonn) Weibliche Herrschaft in Text und Bild. Überlegungen zum Eneasroman Heinrichs von Veldeke
  • 11:00–11:15 Kaffeepause
  • 11:15–12:15 Harald Drös (Heidelberg): Text und Anordnung der Inschriften in Herrschersiegeln des 10. bis 13. Jahrhunderts
  • 12:15–14:00 Mittagspause
  • 14:00–15:00 Mareikje Mariak/Maximilian Stimpert (Bonn): Kontinuität und Wandel – Die Siegel- und Münzbilder der salischen Könige und Kaiser
  • 15:00–16:00 Thomas Krüger (Augsburg): Motive und Funktionen der Bischofssiegel vor der Wende des „Investiturstreites“
  • 16:00–16:30 Kaffeepause
  • 16:30–17:30 Christof Rolker (Bamberg): Vom Abbild zum Adler-Bild: Heraldische Fremd- und Selbstbezeichnungen des Römischen Königs
  • 17:30–18:30 Karina Kellermann (Bonn): Gerupfte Adler und kämpfende Löwen. Wappenallegorien in der spätmittelalterlichen Publizistik
  • ab 19:00 Gemeinsames Abendessen
     

Donnerstag, 21. März 2019

  • 09:00–10:00 Markus Späth (Gießen): Der thronende Herrscher – ein medienübergreifendes Phänomen in den Bildkulturen des lateinischen Mittelalters
  • 10:00–11:00 Francesca Soffientino (Bonn): Staufersiegel. Vorlage, Bildtradition und Nachleben
  • 11:00–11:30 Kaffeepause
  • 11:30–12:30 Andrea Stieldorf (Bonn): Der Kampf um die Königsherrschaft – ein Fall für das Siegelbild? Die Siegel Ludwigs des Bayern und Friedrichs des Schönen im Vergleich
  • 12:30–13:00 Abschluss
  • ab 13:00 Mittagsimbiss und Abfahrt
 
Den Flyer zur Veranstaltung finden Sie hier.
 

Zeit und Ort: Mittwoch, 20.03.19 – Donnerstag, 21.03.19, Poppelsdorfer Allee 24, Raum 0.001 [Anmeldung per E-Mail an maximilian.stimpert[at]uni-bonn.de bis zum 08.03.2019].

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