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Konsens

ITW KonsensDie ITW „Konsens“ verfolgt das Ziel, über den konkreten Blick auf konsensuale Elemente vormoderner politischer Entscheidungsfindung das Konzept der „Konsensualen Herrschaft“ (Bernd Schneidmüller) weiter zu schärfen und seine transkulturelle Tragfähigkeit zu überprüfen. Die vermeintliche Unbeschränktheit der Entscheidungsgewalt oberster Herrschaftsträger*innen in vormodernen Ordnungen soll dadurch weiter hinterfragt und dem Aushandlungscharakter von Herrschaft noch größere Aufmerksamkeit gewidmet werden.

Dabei stehen oberste Herrschaftsträger*innen und ihr Verhältnis zur politischen Elite des Reiches im Fokus: Inwiefern können verschiedene Grade konsensualer Herrschaft unterschieden werden? Lässt sich auf dieser Grundlage eine Typologie, gerade auch im transkulturellen Vergleich, erarbeiten? Dabei ist zu überlegen, in welcher Form konsensuale Elemente politischer Entscheidungsfindung überhaupt in unterschiedlichen Quellen (Chroniken, Urkunden, Throneingaben, Fürstenspiegeln usw.) begegnen, welche Begriffe für sie verwendet werden und welche Rolle sie in diesen Texten selbst spielen.

Gefragt wird zudem nach religiösen und grundsätzlich geistesgeschichtlichen Auffassungen von Konsens, nach theoretischen Reflexionen des Konzeptes, nach den Qualifikationen der am Entscheidungsprozess beteiligten Akteure, nach dem Grad der Institutionalisierung solcher Prozesse und nach den darin verhandelten Themenbereichen.

MH_009Mehr zum Thema: Die Teilprojekte Becher/Dohmen, Conermann und Schwermann veranstalteten im November 2017 den Workshop „Entscheiden und Regieren“ [Nachbericht]. Die Beiträge bündelt der Band: Linda Dohmen/Tilmann Trausch (edd.), Entscheiden und Regieren. Konsens als Element vormoderner Entscheidungsfindung in transkultureller Perspektive (Macht und Herrschaft 9), Göttingen 2019. 


 

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