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Projektbereiche

Der SFB 1167 gliedert sich in vier große Projektbereiche, genannt ‚Spannungsfelder‘, die jeweils zentrale Konfigurationen von Macht und Herrschaft repräsentieren und somit einen umfassenden, vergleichsorientierten Zugriff auf den Gesamtzusammenhang gewährleisten. Aus diesen Spannungsfeldern und ihrer gegenseitigen Interaktion sind im Zuge der Projektarbeit zudem geschützte Räume entstanden, die wir ‚Interdisziplinäre Transkulturalitätswerkstätten‘ (ITWs) nennen, um sowohl ihren transkulturellen Anspruch als auch ihren Charakter als experimentelle Arbeitsforen auszudrücken.

Spannungsfelder

Jeder unserer Projektbereiche wird von zwei Konzepten bestimmt, die jeweils ein bestimmtes Feld von wesentlichen Fragen rund um das Thema ‚Macht und Herrschaft‘ aufspannen. Zentral ist hierbei für uns der Forschungsansatz, dass das ‚und‘ die beiden Begriffskonzepte miteinander in Beziehung setzt, eine verbindende und keine trennende Bedeutung hat.

Kurz gefasst: Wir verstehen die beiden Konzepte, die das jeweilige Spannungsfeld definieren, skalar und nicht etwa als polare Gegensätze.

Ein solches Verständnis der Spannungsfelder berücksichtigt Korrelationen und Kausalitäten sowie die gleitenden Übergänge zwischen den Begriffspaaren. Dies ist unabdingbar, wenn es darum geht, einerseits den klassischen Gegensatz von ‚Moderne‘ und ‚Vormoderne‘ aufzubrechen, und andererseits eurozentrische Denkweisen in der Forschung hinter uns zu lassen.

Jedes der 20 wissenschaftlichen Teilprojekte des SFB 1167 ist mit seinen spezifischen Fragestellungen jeweils zwei Spannungsfeldern zugeordnet. Es handelt sich dabei im Einzelnen um die folgenden vier diachron angelegten Arbeitsbereiche:

 

Spannungsfeld A Spannungsfeld B Spannungsfeld C Spannungsfeld D
 

 

Die den Spannungsfeldern zugeordneten Teilprojekte treffen sich in regelmäßig stattfindenden Sitzungen, um kollektiv über zentrale Fragestellungen zu diskutieren, bisherige Arbeitsergebnisse zu präsentieren und gemeinsame Projekte zu entwickeln. Außerdem hat jedes Spannungsfeld während der ersten Förderphase eine große, internationale und interdisziplinäre Tagung an der Universität Bonn ausgerichtet, deren Ergebnisse in der SFB-eigenen Schriftenreihe ‚Macht und Herrschaft‘ erscheinen.

 

Interdisziplinäre Transkulturalitätswerkstätten

Weil jedes Teilprojekt zwei großen Projektbereichen (Spannungsfeldern) angehört, sind die Arbeitsbereiche stark miteinander vernetzt und es ergibt sich ein enger Diskussionszusammenhang. In unserer konkreten gemeinsamen Forschungsarbeit bedeutet dies auch weitere, teilprojektübergreifende Forschungsinteressen auszumachen, die sowohl im Zentrum der Spannungsfelder liegen können als auch dazwischen.

Um diesen Fragen nachzugehen und einen interdisziplinären, transkulturellen Vergleich zu ermöglichen, sind geschützte Räume notwendig, in denen die verschiedenen Ansätze gemeinsam diskutiert, entwickelt, erprobt, zurückgewiesen oder geschärft werden können. In diesen kleineren Gruppen können sich insbesondere die Nachwuchswissenschaftler*innen hervorragend einbringen und sich darin üben, initiativ Verantwortung übernehmen, neue Ideen entwickeln und die Diskussion bereichern, wovon der gesamte Forschungsverbund erheblich profitiert.

Diesen Freiräumen haben wir die Bezeichnung ‚Interdisziplinäre Transkulturalitätswerkstätten‘ (ITWs) gegeben, um sowohl ihren transkulturellen Anspruch als auch ihren Charakter als experimentelle Arbeitsforen auszudrücken. Im Einzelnen handelt es sich um folgende Arbeitsgruppen:

 

 

Anders als die Spannungsfelder sind die ITWs lockere Verbünde mit flexibler Arbeitsweise, die immer zum Ziel haben, in die Spannungsfelder, in oder zwischen denen sie angesiedelt sind, zurückzuwirken. Zu diesem Zweck werden zum Beispiel Workshops veranstaltet und Sammelbände publiziert, oder auch Forschende von außerhalb des SFB in die Arbeitsgruppen integriert.

 

Plenarversammlungen

Um die Ergebnisse aus Spannungsfeldern und ITWs zu bündeln und zusammenzuführen, finden jeweils zu Beginn und Ende eines Semesters Mitgliederversammlungen statt. Während der ersten Förderphase des SFB haben wir uns überdies in zwei Klausurtagungen zusammengefunden: vom 19. bis 21. Juli 2018 im dbb-Forum Siebengebirge und vom 4. bis 6. Juli 2019 im Physikzentrum Bad Honnef. Diese Zusammenkünfte dienten dem intensiven gemeinsamen Austausch über die Gesamtausrichtung des SFB und der Vorbereitung einer geplanten zweiten Förderperiode. Diese Anlässe wurden genutzt, um spannungsfeldübergreifend im gesamten Verbund über Arbeitsergebnisse zu informieren und Ideen zu diskutieren. So wurden zum Beispiel Berichte aus den ITWs präsentiert und Arbeitsgruppen zur Ergebnissicherung, Diskussion und Weiterentwicklung der Spannungsfelder sowie zu Geschlechterdimensionen von ‚Macht‘ und ‚Herrschaft‘ gebildet, einem Thema, das den gesamten Verbund umspannt.

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