MH 10

Diana Ordubadi/Dittmar Dahlmann (edd.), Die ‚Alleinherrschaft‘ der russischen Zaren in der ‚Zeit der Wirren‘ in transkultureller Perspektive (Macht und Herrschaft 10), Göttingen 2021.

MH_010Sammelband des Teilprojekts Samoderžcy i edinoderžavie – Die Begründung des zentralistischen Alleinherrschaftsanspruches der russischen Zaren in der ‚Zeit der Wirren‘ unter besonderer Berücksichtigung der Auswahl- und Berufungsverfahren von Boris Godunov und Michail Romanov“ (Leitung: Prof. Dr. Dittmar Dahlmann/Prof. Dr. Martin Aust, Osteuropäische Geschichte). Mehr zum Thema auch in diesem Band.

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Beschreibung:

Ausgehend vom moskowitischen Beispiel setzt sich der Band mit den Phänomenen ‚Macht‘ und ‚Herrschaft‘ in einer krisenhaften Epoche anhand historischer Analogien in Japan, Kaschmir, Kastilien, dem Karolingerreich und Byzanz auseinander. Grenz- und epochenübergreifend werden einige spannungsreiche Forschungsschwerpunkte in Bezug auf die Vormoderne behandelt, darunter die praktische Umsetzung autokratischer Herrschaftsmodelle in verschiedenen Kulturen, Formen der weiblichen Teilhabe an der Macht, die Rolle von Herrschaftseliten in politischen Umbruchphasen sowie die Bedeutung religiöser Ideen für dynastische Herrschaftslegitimationen. Interdisziplinär reflektiert werden die Ideen über das dritte Rom, die Schicksale ‚falscher Zaren‘ oder der ersten gekrönten russischen Zarin Marina Mniszech.

Inhalt:

  • Christoph Witzenrath, Versklavung, Befreiung und Legitimität im Moskauer Reich: Avraamij Palicyn und die ‚Zeit der Wirren‘, 13–44.
  • Christian Werner, Autocracy and Consensus: Aspects of Hōjō Rule in Japan’s First Shogunate, 45–64.
  • Diana Ordubadi, Das Berufungsverfahren von Michail Romanov im Vergleich zur Wahl von Boris Godunov, 67–84.
  • Theresa Wilke, Erkaufte Herrschaft. Das politische Kräfteverhältnis zur Zeit der Utpala-Dynastie (855–939) in Kaschmir, 85–103.
  • Shigekazu Kondo, The “Horse-Race” for the Throne: Court, Shogunate, and Imperial Succession in Early Medieval Japan, 105–125.
  • David Khunchukashvili, Die heiligen Städte als eschatologische Legitimationssymbole der Zarenmacht unter den Rjurikiden, 129–157.
  • Konrad Vössing, Konstantinopel – das Neue Rom, die heilige Stadt Konstantins?, 159–205.  
  • Ekaterina Makhotina, Klosterhaft als Sozialdisziplinierung? Russische Klöster der Frühen Neuzeit als Räume des Strafens, der sozialen Fürsorge und der ‚Korrektur der Seele‘, 207–234.
  • Daniela Mathuber, Die Vorbildwirkung des ersten falschen Dmitrij für samozvanstvo und ihre Grenzen, 237–257.
  • Dittmar Dahlmann, Der ‚Falsche Dmitrij‘ (Pseudodemetrius) in der Publizistik und Literatur West- und Mitteleuropas vom frühen 17. bis ins 20. Jahrhundert oder Russland als der „Boden des Despotismus“, 259–295.
  • Mechthild Albert/Lena Ringen, Jugendliche Herrscher als Spielball der Macht – Zum Verhältnis von minderjährigen Thronfolgern und ihren Ratgebern im Kastilien Alfons’ XI., 297–323.
  • Diana Ordubadi, Die Hochzeit der ersten gekrönten russischen Zarin Marina Mniszech und die Rolle der Frauen in den Machtverhältnissen Moskowiens, 327–355.
  • Linda Dohmen, „Auf Vermittlung unserer geliebten Gemahlin“. Königinnen als Intervenientinnen in ostfränkischen Herrscherurkunden (843–911/918), 357–374.
     

 

 

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