MH 3

Tilmann Trausch (ed.), Norm, Normabweichung und Praxis des Herrschaftsübergangs in transkultureller Perspektive (Macht und Herrschaft 3), Göttingen 2019.

MH_003Dieser Band enthält Beiträge des Workshops „Norm und Praxis des Herrschaftsübergangs. Zeitgenössische und wissenschaftliche Perspektiven“ aus dem März 2018.

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Beschreibung:

Moderne Imaginationen vormoderner Herrschaftsübergänge sind von der Idee des Vater-Sohn-Übergangs geprägt, da Patrilinearität für Vorstellungen legitimer Herrschaft in vormodernen Kulturen eine große Rolle spielt. Jedoch simplifiziert die etische Betonung der Zentralität der Herrschersöhne die Komplexität historischer Realitäten. Abkunft dient zwar als normatives Argument und Mittel zur Kontingenzbewältigung, in der Praxis spielen jedoch auch Eignung und Erfolg eine zentrale Rolle. So lassen sich Herrschaftsübergänge aus einer transkulturellen Perspektive im Spannungsfeld zwischen Norm und Praxis, Regel und Anerkennung, System und Reform sowie Rolle und Person verorten. Der vorliegende Band untersucht den zeitgenössischen Umgang mit solchen Fällen, bei denen der Nachfolger nicht der Sohn seines Vorgängers war.

Inhalt:

  • Tilmann Trausch, Vom Vater auf den Sohn – oder jemand anderen. ‚Unübliche‘ Formen des Herrschaftsübergangs in transkultureller Perspektive, 11–59.
  • Florian Saalfeld, How to Herald a Future Ruler: The Depiction of Ghiyās̱ al-Dīn Balban in the Ṭabaqāt-i Nāṣirī' of Minhāj al-Dīn Jūzjānī, 63–103.
  • Sabine Kubisch, Ein König wird kommen aus dem Süden, Ameni ist sein Name. Legitimation der ersten Könige des Mittleren Reiches, 105–133.
  • Konrad Klaus/Theresa Wilke, Die Thronbesteigung Durlabhavardhanas und weitere ‚unübliche‘ Fälle des Herrschaftsübergangs im mittelalterlichen Kaschmir, dargestellt nach der ‚Rājataraṅgiṇī‘ des Kalhaṇa, 135–157.
  • Christian Mauder, Childless Rule and the Sultan’s Son: Muhammad b. al-Ghawrī and the Mamluk System of Succession in Early 16th-Century Egypt, 161–185.
  • Henning Börm, Fragwürdige Ansprüche. Gewaltsamer Herrschaftsübergang im spätantiken Iran am Beispiel von Narseh und Bahrām Čōbīn, 187–224.
  • Anna Kollatz, Before the End: Legitimation and Succession Quarrel from the Perspective of Nūr Jahān, 225–259.
  • Paul Fahr, Den Kaiser herausfordern? Die Herrschaft Wang Mangs vor dem Hintergrund der Thronfolge der Westlichen Han, 263–290.
  • Andreas Büttner, daz er einmudeclich von den korfursten erkorn si. Legitimationsstrategien bei der Königserhebung Ruprechts von der Pfalz (1400/1401), 291–317.
  • Steffen Kremer, Idoneität zwischen Verwandtschaft und (Gast-)Freundschaft. Das Wappenprogramm des Castello di Issogne als Medium der Herrschaftslegitimation, 321–360.
  • Daniel F. Schley, Royal Succession in Historical Narratives: The Cases of Gotoba and Gohorikawa (Twelfth–Thirteenth Century), 361–400.
  • Dominik Büschken/Alheydis Plassmann, Stephen of Blois: Legitimizing Succession, Idoneity, and Inheritance, 401–430.
  • Tilmann Trausch/Konrad Vössing, A Transcultural Perspective on ‘Unusual’ Cases of Succession: Transitions of Power beyond Patrilinearity, 431–444.
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