SMH 11

Alheydis Plassmann/Michael Rohrschneider/Andrea Stieldorf (edd.), Herrschaftsnorm und Herrschaftspraxis im Kurfürstentum Köln im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit (Studien zu Macht und Herrschaft 11), Göttingen 2021.

SMH_011Der Band versammelt die Beiträge der gleichnamigen Herbsttagung des Jahres 2019, welche die Abteilung für Geschichte der Frühen Neuzeit und Rheinische Landesgeschichte in Kooperation mit dem SFB 1167 durchgeführt hat.

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Beschreibung:

Am Beispiel eines wichtigen geistlichen Kurfürstentums soll über die Epochengrenzen hinweg untersucht werden, wie sich die Spannungen und Wechselwirkungen zwischen Herrschaftsnorm und -praxis auswirken. Schon die Herrschaftsnormen, denen der geistliche Herrscher unterlag, waren in sich widersprüchlich: Der Bischof hatte geistliche Aufgaben zu erledigen, die denen als weltlicher Herrscher zum Teil diametral entgegengesetzt sein konnten.

Neben dieser Problematik, die im Grunde jede geistliche Herrschaft betraf, ist im Hinblick auf das Kurfürstentum Köln noch eine zusätzliche Komplikation einzurechnen, da es auch galt, die Ansprüche in den unterschiedlichen (Teil-)Herrschaften zu erfüllen, die sich nicht immer entsprachen.

Dieses spannungsreiche Verhältnis zwischen Norm und Praxis, aber auch die Wechselwirkung an einprägsamen Beispielen zu beleuchten, ist Ziel des Bandes.

Inhalt:

  • Alheydis Plassmann/Michael Rohrschneider/Andrea Stieldorf, Herrschaftsnorm und Herrschaftspraxis im Kurfürstentum Köln: Einführende Überlegungen, 11–18.
  • Fabian Schmitt, Die Ministerialen in der Politik des Kölner Erzbischofs Engelbert von Berg (1216–1225). Herrschaftspraxis und soziale Mobilität, 21–48.
  • Philipp Gatzen, Weisungsbefugter Stellvertreter oder subalterner Repräsentant? Die Statthalter im Rheinischen Erzstift während der Regierungszeit Kurfürst Clemens Augusts, 49–74.
  • Michael Rohrschneider, Die Herrschaftspraxis während der Regierungszeit Kurfürst Clemens Augusts im Spiegel der Arbeiten Max Braubachs, 75–96.
  • Alheydis Plassmann, Die Kölner Erzbischöfe und das Reich – Nutzen und Schaden des Engagements im Reich, 99–128.
  • Manfred Groten, Herrschaft auf den Punkt gebracht. Wo verhandelte man im Spätmittelalter mit dem Kölner Erzbischof?, 129–150.
  • Claudia Garnier, Von Freundschaften und Fehden. Herrschaft und Konflikt im spätmittelalterlichen Kurfürstentum Köln, 151–185.
  • Philippe Sturmel, Les relations entre la cour du prince électeur de Cologne et la cour française au XVIIIe siècle: la question du pouvoir, 187–205.
  • Andrea Stieldorf, Mitra, Thron und Krummstab. Siegel und Münzen als Quellen für Herrschaftsvorstellungen der Kölner Erzbischöfe des Hoch- und Spätmittelalters, 209–241.
  • Nina Gallion, Reine Formsache? Der Kölner Erzbischof als Metropolit im 13. und 14. Jahrhundert, 243–266.
  • Frederieke Maria Schnack, Dynastiepolitik im Zeichen der Erzbischofswürde. Das Streben der Grafen von Moers nach Kölner Suffraganbistümern im 15. Jahrhundert, 267–288.
  • Jonas Bechtold/Jochen Hermel/Christoph Kaltscheuer, Verschwunden – überwunden? Kurkölns digitale Präsenz als Tagungsblog, 291–308.
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