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Spannungsfeld B

Personalität und Transpersonalität

 

Die im Spannungsfeld B verorteten Projekte wollen diesen Aspekt von Macht und Herrschaft, der in jüngster Zeit vor allem anhand europäischer Beispiele diskutiert wurde, auf transkultureller Basis untersuchen, ohne von vornherein einen personalen oder transpersonalen Charakter vormoderner Macht und Herrschaft zu postulieren. Dabei gehen wir von der Beobachtung aus, dass Macht und Herrschaft stets an Personen gebunden sind. Wie aber werden sie jenseits der unmittelbaren Umgebung von konkreten Herrscherpersönlichkeiten spürbar gemacht und umgesetzt? Wie gelingt es, diese Positionen an andere Personen weiterzugeben? Was geschieht, wenn die herrschende Person selbst gar nicht fähig ist zu handeln? Mit diesen Fragen sind die konkreten Probleme angesprochen, die im Rahmen dieses Spannungsfelds etwa am Beispiel des europäischen und japanischen Mittelalters oder des Russischen Reiches zu Beginn des 17. Jahrhunderts bearbeitet werden sollen, also Formen der Stellvertretung, Nachfolgeregelungen und das Phänomen der Regentschaft. Das Spannungsverhältnis von Personalität und Transpersonalität wird aber auch in Stereotypen und Idealvorstellungen fassbar.


Koordination:

Prof. Dr. Matthias Becher

 

Teilprojekte:

 

Bilder vom König. Macht und Herrschaft der ostfränkisch-deutschen Könige im Siegel- und Münzbild (936–1250) (Leitung: Prof. Dr. Andrea Stieldorf, Historische Hilfswissenschaften und Archivkunde)


Consensus und fidelitas: Personale und transpersonale Elemente königlicher Macht und Herrschaft im ostfränkisch-deutschen Reich (Leitung: Prof. Dr. Matthias Becher/Dr. Linda Dohmen, Mittelalterliche Geschichte)
 

Herrschaftsrepräsentation und Zeremoniell am Moghulhof (Leitung: Prof. Dr. Eva Orthmann, Islamwissenschaft)


Kaiser und Könige. Macht und Herrschaft im Reflexionsmedium deutschsprachiger Literatur des Mittelalters (Leitung: Prof. Dr. Elke Brüggen, Germanistische Mediävistik)


Königsherrschaft im mittelalterlichen Kaschmir, dargestellt nach der Rājataraṅgiṇī des Kalhaṇa (Prof. Dr. Konrad Klaus, Indologie)


Macht und Herrschaft in der novellistischen Weisheitsliteratur Kastiliens (1250–1350) (Leitung: Prof. Dr. Mechthild Albert, Romanistik)


Publizistische Zeitklagen: Invertierte Herrschaftsansprüche in deutschsprachigen Texten des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit (Leitung: Apl. Prof. Dr. Karina Kellermann, Germanistische Mediävistik)


Reproduktion von Eliten im japanischen Mittelalter durch Delegierung und Aufspaltung königlicher Herrschaft (Leitung: PD Dr. Detlev Taranczewski, Japanologie und Koreanistik)


Samoderžcy i edinoderžavie – Die Begründung des zentralistischen Alleinherrschaftsanspruches der russischen Zaren in der „Zeit der Wirren“ unter besonderer Berücksichtigung der Auswahl- und Berufungsverfahren von Boris Godunov und Michail Romanov (Leitung: Prof. Dr. Dittmar Dahlmann, Osteuropäische Geschichte)


Vom doppelten Horus. Königsideologische Arbeit in der formativen Phase des ägyptischen Königtums und ihre Inszenierung (Leitung: Prof. Dr. Ludwig D. Morenz, Ägyptologie)


Weibliches Charisma. Figurationen von Macht und Herrschaft in England und Frankreich (700–1500) (Leitung: Jun.-Prof. Dr. Irina A. Dumitrescu, English Medieval Studies)
 

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